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Vorbildliche Restaurierung der Dalvazzabrücke bei Luzein

Die Dalvazzabrücke bei Luzein, ein Denkmal der Ingenieurbaukunst der 1920er Jahre, war wegen ihres schlechten Zustands gefährdet. Ihre Restaurierung ist vorbildlich und wegweisend für den Umgang mit sogenannten Ingenieurbauwerken. Die Brücke ist nach denkmalpflegerischen Grundsätzen instand gestellt worden, um die originale Bausubstanz möglichst weitgehend zu erhalten und um die Erscheinung der Brücke zu bewahren. Schadhafte Stellen des Betons sind geflickt, ergänzt und reprofiliert worden. Den Aufruf aus der Bevölkerung zur Erhaltung der Brücke hat der Bündner Heimatschutz aufgenommen und die betroffenen Gemeinden bei der Planung und der Finanzierung der Brückenrestaurierung unterstützt.


Die restaurierte Landquartbrücke Dalvazza (Foto: Ralph Feiner, Malans)

Das auf den ersten Blick eher unscheinbare Bauwerk weist ein für die Schweiz aussergewöhnliches Tragwerk auf - sie ist ein sogenannter Vierendeel-Träger in bewehrtem Beton. Es handelt sich wohl um die einzige Vierendeel-Brücke in der Schweiz. Dieses System ist benannt nach seinem Erfinder, dem belgeischen Ingenieur Arthur Vierenddel. Projektverfasser ist das Baugeschäft Nicolaus Hartmann & Cie. aus St. Moritz. Nicolaus Hartmann (1880-1956) ist der bedeutendste Bündner Architekt des frühen 20. Jahrhunderts.

Instandsetzungskonzept war Grundlage für die vorbildliche Restaurierung
Die Betonkonstruktion wies erhebliche Schäden auf, die die weitere Verwendung der Brücke in Frage stellten. Im Auftrag des Bündner Heimatschutzes ist ein Instandsetzungskonzept durch das Ingenieurbüro Conzett Bronzini Gartmann AG erarbeitet worden. Die statische Überprüfung zeigte, dass die Brücke auch mit reduzierten Bewehrungsquerschnitten den leichten Auto- und Landwirtschaftsverkehr der Lokalstrasse in Zukunft aufnehmen kann.
Die schadhaften Partien mussten mit einem Hochdruckwasserstrahl gereinigt, lose Betonteile entfernt und reprofiliert werden. Die Fahrbahn wurde mit einer neuen, wenige Zentimetern starken Schicht aus ultrahochfestem Faser-Fliessbeton überdeckt. Um über den besonderen Stellenwert dieses Bauwerks zu informieren und um die Finanzierung dieses Vorhabens zu sichern, haben der Bündner Heimatschutz und die betroffenen Gemeinden Luzein, Fideris, Küblis eine Spendenaktion lanciert und es ist gelungen, die fehlenden Finanzmittel für die Instandsetzung in der Höhe 380 000 Franken zu beschaffen.


Die Dalvazzabrücke:
Der Erbauer: Nicolaus Hartmann
Der Erfinder: Arthur Vierendeel
Die Architektur der Dalvazzabrücke
Die Instandhaltung der Dalvazzabrücke

Weiterer Beitrag zu diesem Thema:
Spendenaktion zur Rettung der Dalvazzabrücke bei Luzein
Bündner Heimatschutz lässt Instandsetzungskonzept für die Landquartbrücke Dalvazza erarbeiten


Vorbildliche Restaurierung: Schadhafte Stellen des Betons sind geflickt, ergänzt und reprofiliert worden.


Sonderdruck aus Bündner Monatsblatt 1/2008:
Jürg Conzett. Ein Vierendeel-Träger im Prättigau.
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Letzte Aktualisierung
14:50:19 29.06.2010
 
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