Bericht der Wakkerpreisverleihung am 19. Juni 2010 in Fläsch von:
vilan24.ch, Internet-Zeitung Region Fünf Dörfer - Herrschaft - Sargans - Prättigau, von: hw
Fläsch feierte seinen Wakkerpreis
Der Schweizer Heimatschutz zeichnet Fläsch mit dem Wakkerpreis 2010 aus. Das Weinbaudorf erhält die Auszeichnung für seine innovative Ortsplanung und die Erhaltung der charakteristischen Wein- und Obstgärten im Dorfkern. Am 19. Juni wurde der Wakkerpreis den Fläschern feierlich übergeben.

Gemeindepräsident Heinz Urs Kunz (r.) darf den Wakkerpreis 2010 aus den Händen von Philippe Biéler, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, entgegen nehmen.
Seit Januar ist bekannt, dass der Schweizer Heimatschutz (SHS) Fläsch mit dem Wakkerpreis 2010 auszeichnet (P&H berichtete). Das Weinbaudorf im Rheintal erhält die Auszeichnung für seine innovative Ortsplanung, welche die Erhaltung der charakteristischen Wein- und Obstgärten, die weit in den Dorfkern reichen, sichert, ohne die bauliche Weiterentwicklung zu verhindern. Am Samstag fand die offizielle Preisübergabe im Rahmen einer öffentlichen Feier statt. Zahlreiche Gäste aus nah und fern wohnten der Feier bei, darunter prominente Gäste wie die Nationalrätin Brigitta Gadient und Nationalrat Hansjörg Hassler sowie mehrere Grossräte und Vertreter von Gemeindebehörden. Musikalisch wurden die Feierlichkeiten durch die Stadtmusik Maienfeld umrahmt.
Nicht nur Momentaufnahme
Empfangen wurde die Festgemeinde durch Jürg Ragettli, Präsident des Bündner Heimatschutzes. Die Auszeichnung erfolge nicht nur für eine Momentaufnahme, erklärte Ragettli. Die Gemeinde Fläsch leiste weit über den jetzigen Zeitpunkt hinaus architektonische Pionierarbeit und vollziehe einen Spagat zwischen Weinbaudorf und Agglomeration. «So soll die Kunde vom wakkeren Fläsch ins Land getragen werden», erklärte Ragettli.
Preisübergabe
Fläsch ist die vierte Bündner Gemeinde, welche mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet wird. Das Preisgeld von 20 000 Frankien hat eher symbolischen Charakter, der Wert der Auszeichnung liegt in der öffentlichen Anerkennung vorbildlicher Leistungen. Philippe Biéler, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, überreichte dem Fläscher Gemeindepräsidenten Heinz Urs Kunz den Wakkerpreis 2010 persönlich. In seiner Laudatio erklärte Biéler: »der Gemeinde Fläsch ist es gelungen, ihre Identität zu bewahren und das zu schützen, was Fläsch von anderen Orten unterscheidet, dies dank einer Ortsplanung, die Charakter hat. Wein- und Obstgärten konnten dank über 50 freiwilligen Eigentumsänderungen bewahrt werden«. In allererster Linie geht sein Dank daher an die Fläscherinnen und Fläscher, an die Gemeindebehörden, den Bündner Heimatschutz und an die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur unter der Leitung von Professor Christian Wagner, die die Revision der Ortsplanung und des Baugesetzes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde als Forschungsprojekt erarbeitete.
Grosse Ehre
Der Fläscher Gemeindepräsident Heinz Urs Kunz erklärte, für Fläsch sei die Auszeichnung durch den Schweizer Heimatschutz eine grosse Ehre. «Fläsch hat weit über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung erlangt. Tagtäglich erleben wir den Stellenwert dieser Auszeichnung in unserem Dorf». Es herrsche eine grosse Nachfrage nach Dorfführungen, dies sei der Verdienst des Schweizer Heimatschutzes, stellte Kunz fest. Seinen Dank richtete er auch an die Fläscher Bevölkerung und seine Kollegen und Vorgänger im Gemeinderat, welche sich nicht gescheut hätten, auch unkonventionelle Wege zu gehen.
Grusswort der Regierung
Das Grusswort der Regierung überbrachte Regierungspräsident Claudio Lardi. »Es sind nicht nur die 150 Täler und die Berge und Seen allein, welche die Schönheit unseres Kantons ausmachen, auch die Kulturbauten und Ortsbilder von nationaler Bedeutung tragen zum Charakter unseres Kantons bei«, stellte Lardi fest. Der Wakkerpreis zeichne nicht nur das aus, was geworden sei, sondern auch das was daraus gemacht werde. «Durch den geschickten, intelligente Umgang mit unseren Ressourcen werden sich die Ortsbilder langfristig erhalten lassen», erklärt Lardi. »Ich spreche Fläsch nicht nur meinen Dank, sondern meine Hochachtung aus!«
Festansprache
Ständeratspräsidentin Erika Forster sprach in ihrer Festansprache vorwiegend in ihrer Funktion als Präsidentin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Fläsch mache es der übrigen Schweiz vor, wie eine zündende Idee mit offener Kommunikation und Geduld zu einer vorbildlichen Ortsplanung führe, erklärte Forster.
Festbetrieb
Nach einem feinen Apéro wurden Führungen durch das preisgekrönte Dorf angeboten. Die Fläscher feierten ihren verdienten Wakkerpreis mit durchgehenden Festbetrieben in den verschiedenen Weinkellern, die ihre Türen öffneten.