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Machbarkeitsstudie Hotel "Löwe Post" in Mulegns

Im Dezember 2010 gelangte der in Gründung begriffene Verein „Projekt Posthotel Löwe, Mulegns“ mit einem interessanten Nutzungskonzept an den Bündner Heimatschutz. Der Verein plante, das nur mehr als Garni betriebene und vor der Schliessung stehende Hotel "Löwe Post“ in Mulegns zu übernehmen und dort ein Sozialprojekt zu realisieren, das ein umfassendes Angebot für die berufliche und soziale Integration von jungen Erwachsenen mit schulischen, sozialen, familiären und/oder psychischen Schwierigkeiten bietet. Im Rahmen dieses Projekts sollte auch der Hotel- und Gastrobetrieb wiederbelebt und dem traditionsreichen Haus so ein Weiterbestehen ermöglicht werden – was nicht zuletzt für die Identität des Dorfes Mulegns von Bedeutung wäre.

Um die Realisierbarkeit der Idee besser abschätzen zu können, hat der Bündner Heimatschutz eine Machbarkeitsstudie initiiert. Die von der Kantonalen Denkmalpflege Graubünden und vom Parc Ela mitfinanzierte Arbeit diente neben einer Schätzung der zu erwartenden Investitionskosten vor allem der Abklärung, ob und wie sich das Nutzungskonzept des Vereins „Projekt Posthotel Löwe, Mulegns“ im historischen Hotelgebäude umsetzen liesse – dies unter Berücksichtigung einer sorgfältigen Restaurierung des renovationsbedürftigen Hauses nach denkmalpflegerischen Grundsätzen. Das nach dem Ausbau der Julierpassroute (1820 – 1840) um die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Hotel "Löwe Post“ in Mulegns gehört zu den wenigen noch grossteils authentisch erhaltenen Zeugen des frühen Hotelbaus in Graubünden, was ihm in architekturgeschichtlichem Sinne einen hohen Wert verleiht. Darüber hinaus kommt dem Haus auch in städtebaulicher Hinsicht eine bedeutende Stellung zu.

Das Resultat der Studie war insofern ernüchternd, als sich der Verein letztlich ausser Stande sah, die für eine gesamthafte Instandstellung des Gebäudes geschätzten rund 7 Mio. Franken in Eigenregie aufzutreiben.

Im Laufe der Arbeiten an der Studie kristallisierte sich immer deutlicher heraus, dass eine Lösung für das Hotel mit der „Rettung“ des Dorfes Mulegns als Ganzes verknüpft werden muss. In Mulegns mit seinen momentan 21 Einwohnern ist man in besonderer Weise mit einer heimatschützerisch brisanten Frage konfrontiert: Was geschieht mit Dörfern an der Peripherie, die aus sich selbst keine Leitbilder für die Zukunft entwickeln können? Lässt sich für ein von Abwanderung betroffenes Dorf eine tragfähige Vision entwickeln und damit dem drohenden „Untergang“ entgegenwirken?

Vor diesem Hintergrund führt der Bündner Heimatschutz sein Engagement in Mulegns weiter mit dem ambitionierten Versuch, für diesen kleinen, von der Zersiedelung verschont gebliebenen und daher in einem für heutige Verhältnisse erstaunlich authentischen Zustand erhaltenen Ort an der Julierpasstrasse ein Dorfentwicklungsprojekt anzuschieben. In einem ersten Schritt haben sich Architekturstudierende der Universität Liechtenstein unter Federführung ihres Professors Conradin Clavout im Rahmen ihres Masterstudiums Mulegns und seinem Posthotel angenommen. Die Resultate ihrer Studien liegen Ende Feburar 2012 vor.

 
Mulegns an der Julierpassstrasse.


Das Hotel "Löwe Post".


Der Jugendstilsaal im Hotel "Löwe Post" (alle Fotos: Adrian Michael).

 

Machbarkeitsstudie als pdf

Mitgliederversammlung 2011 in Mulegns

 
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Letzte Aktualisierung
20:03:02 29.09.2012
 
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