Seit 1972 vergibt der Schweizer Heimatschutz den Wakkerpreis: eine Ehrung für Gemeinden, die sich in vorbildlicher Weise um die Schaffung einer lebenswerten Umgebung bemühen. In den 53 Jahren seines Bestehens hat sich der Wakkerpreis zur wichtigsten baukulturellen Auszeichnung des Landes gemausert. Er gilt heute als 'Oscar' für Planungskultur.
Graubünden konnte bislang rekordmässige sieben Wakkerpreise einheimsen. Jüngste Wakkerpreisträgerin ist die Gemeinde Poschiavo, die 2025 zum Handschlag kam. 1995 erhielt Splügen als zweite Bündner Gemeinde (nach Guarda, 1975) die prestigeträchtige Heimatschutz-Auszeichnung. Begründet wurde die Wahl damals so:
«Der Schweizer Heimatschutz anerkennt die Sorgfalt, mit der die Gemeinde Splügen einen sanften und nachhaltigen Tourismus entwickelt und gleichzeitig ihr schützenswertes Ortsbild bewahrt und pflegt. Splügen bildet auf diese Weise ein nachahmenswertes Beispiel für die Berggemeinden der Schweiz.»
Zum 30-Jahr-Jubiläum der Wakkerpreis-Vergabe an Splügen haben der Bündner Heimatschutz und die Gemeinde Rheinwald die Ausstellung «Splügen, preisgekrönt – 30 Jahre Wakkerpreis» realisiert, die in acht Stationen den Weg Splügens zum Wakkerpreis nachzeichnet sowie die engen Beziehungen zwischen der Gemeinde und dem Heimatschutz rekonstruiert – und auch Einblick in die Herausforderungen der Gegenwart gewährt. Die mit zahlreichen Bild- und Textdokumenten unterlegte Schau führt zurück in eine Zeit, in der die Umsetzung des Natur- und Heimatschutzgesetzes von 1966 noch Pionierarbeit war und in der die Instrumente zum Schutz wertvoller Ortsbilder erst entwickelt und erprobt werden mussten. Die im STALL13 im Splügner Oberdorf installierte Ausstellung wurde am Samstag, 16. August 2025 und bleibt bis Sommer 2026 bestehen.
Flyer Ausstellung /Rahmenprogramm